Sonntag, 21. Dezember 2014

Last-Minute-Geschenktipp.




Erlangen (dpo) - „Geschichtswissenschaftler der Universität Erlangen/ Nürnberg haben herausgefunden, dass der Film King Kong auf historischen Tatsachen beruht. Der echte King Kong war allerdings nicht etwa ein Riesengorilla, sondern vielmehr ein Hund von normaler Größe. Das Tier hieß zudem nicht King Kong. Sein historisch verbürgter Name lautet Fido. Gruselige Überschneidung: Fidos Frauchen war weiß.“

Angesichts der zunehmenden Informationsflut wird man im Aufnehmen von Nachrichten immer versierter. Der morgendliche Blick rutscht über die Regionalzeitung und Spiegel Online, schweift von tagesschau.de über n-tv zu diversen Links in der Facebook-Timeline, zuletzt noch je nach Geschmack eine Prise FAZ, Süddeutsche oder ZEIT. In Windeseile überfliegt man die Schlagzeilen, wurstelt sich durch die Anleser – fertig ist die tägliche Dosis Neuigkeiten aus unserer merkwürdigen Welt.

Samstag, 1. November 2014

Neues vom Hetzer.



Die bevorzugt eindimensional denkende Trainerschaft ärgert sich derzeit über meinen letzten Satz im WDR-Beitrag. „Dödel“ hetze mit seiner Ihr-könnt-uns-alle-mal-Methode die Leute auf, ihre Hunde nicht mehr zu erziehen, heißt es.


Ich verstehe die Empörung nicht. Ich sage doch nur, dass jeder Hund halt ist wie er ist. ANNEHMEN heißt nicht automatisch AUFGEBEN.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Dem Dude sein Fernsehteam.




Wir hatten ja unlängst angedeutet, dass wir – also Luna, Wiki und ich – in einem schwachen Moment dem WDR Tür und Tor geöffnet haben. Das war Ende Juli. Mittlerweile sind Wikis Beiträge sendereif. Wir anderen spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Für den Beitrag, der am 19. Oktober ausgestrahlt wurde, hat er extra ein Loch in meine schöne Böschung gegraben und mich angepestet, als ich das doof fand. Aber Mirko Tomasini meint in dem Beitrag sinngemäß, das sei alles nicht so wild, der Hund deeskaliere ja nur. Im Split-Screen kann man sehen, dass der Wolfschef auf der Kasselburg genauso aussieht, wenn er einen Hals hat. Es ist schön und artgerecht und wunderbar, dass Wiki seinen inneren Wolf noch besitzt, BERUHIGT MICH ALS HARMLOSEN FAMILIENHUNDEHALTER ABER NICHT DIE BOHNE! Der Beitrag heißt „Mythos Alphatier“.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Intermediäre Brücke (Subsonic Trance Stephen King Exorcist Mix).




Wenn er sich mit der Schlepp im Wald verheddert hat, ist er immer sehr empört. Als hätte der Wald das extra gemacht! Willkommene Gelegenheiten, um den mürben Scheffstatus mal wieder zu zementieren. Während ich die Knoten löse, singe ich: „Ich hahab Dauuumen und duhuhu nihicht!"

Ich kann mir nicht helfen. Irgendwie klingt meine intermediäre Brücke als käme gleich ein kleiner blutbesudelter Clown mit einer Machete um die Ecke. 

© Michael Frey Dodillet | Die Krawallmaustagebücher 2014





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Samstag, 20. September 2014

Von blauen Haltern, seltsamen Ämtern und dem Paragraphen 11.




»Erinnert ihr euch noch an letztes Jahr?«, fragt Peter. »Die Brunellomethode? Orale Rotweingaben für Hundeführer?« – »Klar«, sagt Juppi. »Je besoffener das Herrchen, desto entspannter der Hund.« – »Blauer Halter statt blauem Hund«, sagt Walter. »Lasst uns das ausbauen«, sagt Peter. »Wir machen uns mit einer Hundeschule selbstständig.«

»Therapiekonzept Blauer Halter.« 
»Hervorragende Idee.«
»Auf uns Therapeuten!«
»Auf uns Therapeuten!!«
»Was nehmen wir pro Stunde?«
»Minimum zwohundert plus Steuer.« 
»Was therapieren wir eigentlich?«
»Ist das wichtig?«

Montag, 15. September 2014

Tortellini Acht.





Eine satte Sommersonne lag über dem Chianti und tauchte die toskanischen Hügel in flimmernde Hitze. Eine Schmeißfliege brummte die holperige Landstraße entlang, die von Fioraie nach Castellina führte. Als die Fliege den würzigen Zypressenduft wahrnahm, bog sie zuversichtlich nach links ab.

Die Zypressenallee beschattete einen staubigen Feldweg, der nach wenigen hundert Metern auf dem Hof eines bescheidenen Landguts endete. Links das verwinkelte Haupthaus, rechts die große Scheune, geradeaus die alten umgebauten Stallungen, in denen es schwach nach dem Öl gepresster Oliven roch. Dahinter zogen sich Olivenbäume den Hügel hinunter bis zum Bauernhof des Nachbarn. 

Mittwoch, 27. August 2014

Hell's Granny.



„Was macht Luna da?“, fragt meine Frau und schaut zu, wie unsere Hündin in einer Staubwolke am Horizont verschwindet. „Sie verschwindet in einer Staubwolke am Horizont“, sage ich. „Das sehe ich auch“, sagt Stella. „Aber warum macht sie das?“ – „Wahrscheinlich ist Wolfi irgendwo da hinten.“ 

Bauer Fürmanns Hofhund Wolfi und Luna kennen sich seit ungefähr zehn Jahren und wollen sich seit ungefähr zehn Jahren umbringen, wenn sie sich begegnen. „Das war eine rhetorische Frage“, seufzt meine Frau. „Mir ist auch klar, dass da hinten irgendwo Wolfi ist. Aber warum macht sie das? Luna ist bald zehn. Weißt du, wie alt sie als Mensch wäre? Unter Berücksichtigung ihrer vierzig Kilo Kampfgewicht ungefähr achtzig!!! Wie kann man mit achtzig in einer Staubwolke am Horizont verschwinden, nur weil man sich auf eine Schlägerei freut? Das ist die brutalste Oma, die ich kenne.“

Dienstag, 12. August 2014

„Ich kekse doch meine Hunde nicht tot!“



Wenn die ausgelassene, nichthundehaltende Grillrunde nach dem Essen die oben abgebildete Spülszene mitbekommt, werden mindestens zwei leichenblass und kriegen umgehend Herpes, drei weitere gehen brechen und alle anderen verlassen ganz schnell den Garten, weil ihnen eingefallen ist, dass noch dringende Arzttermine anstehen.

Knipst man diesen Augenblick und postet ihn auf Facebook, erntet man siebenhundertvierzehn begeisterte Gefälltmirs und annähernd ebensoviele Aufnahmen von Hunden, die ähnlich effizient den Grill reinigen. Wenn es eines Beweises bedürfte, dass wir Hundehalter wahnsinnig sind, dann wäre er das.


Dienstag, 1. Juli 2014

Die Rekonvaleszenz der nackten Kanone.





Das Beste gleich zu Anfang: Luna, the dog formerly known as Krawallmaus and meanwhile called das Rippchen, geht es den Umständen entsprechend sehr, sehr gut. Die Regenbogenpresse munkelt, auch Cher habe vermutlich eine Rippe geopfert, um eine schlankere Taille zu erzielen.

Auf unserer Facebookseite gibt es regelmäßige Opdates zu Lunas Genesung und Nachtschwester Wikis Kapriolen. Weil nicht alle dort mitlesen, stelle ich die Nachrichten parallel hier ein.


Mittwoch, 25. Juni 2014

Alle weg!



Dreihundertfünfundsechzig Rottmeierkarten, neunundsechzig feuerwehrrote Herrchenjahre, drei löschwasserblaue Herrchenglücks und ein grasgrünes Toskanamänner-Einsatzteam sind bestellt, bezahlt und in der Post.

Für Christel, Claudia, Anette, Karin, Birgit, Birgit, Birgit, Jacky, Sabine, Andrea, Barbara, Rita, Axel, Susanne, Frank, Nana, Klaudia, Sabrina, Elke, Birgit, Boris, Katrin, Franziska, Franziska, Wolfgang, Ina, Nicola, Claudia, Bernadette, Tina, Heike, Birgit, Ute, Petra, Petra, Sylvia, Iris, Barbara, Angi, Claudia, Claudia, Nicole, Nicole, Marie-Luise, Stephanie, Silvia, Nina, Gerlinde, Elfriede, Stella, Stella, Jessica, Jasmin, Christiane, Lisa, Kristina, Katrin, Mario, Mario, Mario, Marion, Petra, Andrea, Christa, Ursula, Antje, Antje, Andrea, Georgine, Franziska, Vera, Vera und Micha. 2.357 €! Habt ganz herzlichen Dank fürs Mitmachen. 

Und ein ganz dickes Dankeschön an den Heyne Verlag für die großzügige Bücherspende. Die TiNOs können jeden Euro wirklich gebrauchen. 

© Michael Frey Dodillet | Die Krawallmaustagebücher 2014




Der versprochene Beleg. Die Überweisung an TiNO ist heute raus.






Dienstag, 10. Juni 2014

70 pfotensignierte Herrchenjahre für TiNO! Aus gegebenem Anlass in spendenfreundlichem feuerwehrrot!




TiNO ist dieses berühmte Tierheim, wo alle ein riesengroßes Herz für Raufer haben, Luna mit 30 Hunden und 100 Menschen mahatmagandhimäßig eine Lesung absolvierte und Wiki fünf Schlägereien am kalten Buffet bestritt, ohne dass sich irgendeiner aufregte außer ihm. Kurz: mein Lieblingstierheim.

Dort hat es im Mai gebrannt. Der Beitrag von —>RTL Hessen  macht das ganze Ausmaß deutlich. Menschen kamen Gott sei Dank nicht zu Schaden. Tiere auch nicht, bis auf ein Kätzchen, das später leider an einer Rauchvergiftung gestorben ist. Der materielle Schaden allerdings ist sechsstellig und damit immens für so einen kleinen Verein. TiNO hat keine Katzenquarantänestation mehr, keine Tierarztpraxis, und der Seminarraum ist auch hin.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Liebe Freunde.




Da klappt man morgens ahnungslos den Laptop auf und wie aus heiterem Himmel ist ein Hund nicht mehr da, der einem seit langem schon - wenn auch vielleicht nur virtuell - ans Herz gewachsen ist. Das ist nicht schön. Man verschluckt sich am Latte, spuckt ihn in die Tastatur und zum Mitgefühl und der Trauer kommt auch noch ein immenser materieller Schaden. 

Die Krawallmaus Tagebücher möchten diesbezüglich andere Wege beschreiten und zum Nutz und Frommen aller Laptops schon mal behutsam ankündigen: Luna wird bald zehn, und das Leben ist endlich. Außerdem haben wir eine neue Mitbewohnerin: Beule. 

Samstag, 19. April 2014

Wartenbissiesichbenimmt.














Showdown im Düsseltal oberhalb von Gut Thunis. Wir befinden uns im Fadenkreuz eines Appenzeller Sennenhundes. Der steht wie eine betonierte Eins 200 Meter weiter vorn an der Kreuzung und will nicht weichen. Hinter ihm versucht Frauchen interessanter zu sein als wir. 

Es ist Brut- und Setzzeit. Meinen beiden Entchenkitzundkatztötern habe ich fünf Meter lange Leinen an die Halsbänder geknüpft. („HALS???" – „Ja, Hals! Bitte informieren Sie umgehend Peta, Tschäinsch Org und Uschis Oase!“) Die Enden sind aneinander geknotet. So hat mein Doppel-Pack insgesamt einen komfortablen Aktionsradius von zehn Metern. Wenn sie durchstarten, brauche ich nur zu rufen. Sie sind sich nie einig. Einer zögert immer und bremst den anderen aus. An ganz heiklen Stellen nehme ich das Seil auch mal in die Hand. 

Montag, 31. März 2014

Gepflegt die Umwelt belästigen mit Markertraining.






Am Sonntag lief bei Tiere suchen ein Zuhause ein 8-minütiges Feature über gewaltfreies Hundetraining inklusive 1.000-kommentariger Facebook-Diskussion davor und danach. Ich kehre gerade von einem Spaziergang mit meinem sozial gemischten, alphalosen Semisolitär-Verband (hieß früher mal Rudel, darf man aber nicht mehr sagen) ins Warme zurück und bin sehr nachdenklich. 

Ist es nicht brutale Gewalt, dem Hund einen Namen zu geben, der harte Konsonanten enthält und nicht auf einem lieblichen „I" endet? Schutz- und ahnungslose Geschöpfe mittels Klicker und einem von vier Quadranten der operanten Konditionierung zu sabbernden Reiz-Reaktions-Maschinen zu degradieren? Ist es nicht pure Gewalt an Gottes Schöpfung, wenn man statt getrockneter Cranberries ein paar vollgesogene Zecken ins Müsli wirft? Oder ist es die Gewalt Gottes, die der Eintagsfliege bereits mittags um 12:00 ihre Midlife-Crisis beschert?

Freitag, 28. März 2014

Warum nicht mal Männer ins Nest legen.






In drei Wochen ist Ostern. Als hätte der Verlag das im Herbst 2013 schon geahnt, hat er Die Toskanamänner in dezentem Osternesthellgrün gestalten lassen. Damit harmonieren sie farblich hervorragend mit den Blätterkrokanteiern eines namhaften Hasenherstellers. 

Thematisch passen sie ebenfalls gut ins Nest. Das Buch überzeugt mit einer Buchstabenvielfalt, aus der sich mühelos alle kirchlichen Feiertage zusammensetzen lassen. Zudem enthält es 42 eierhaltige Textpassagen, poetisches Wortgut wie schleierhaft, bleiern und leiern eingerechnet. 

Montag, 24. Februar 2014

Plädoyer für ungezogene Krausehunde.
















Luna und ich fühlten uns schon immer zu Krauses hingezogen, die ein ähnliches Martyrium durchgemacht haben wie wir. Es nützt uns wenig, wenn hinter unserem Problemhundtrainer ein braver, durchkonditionierter Tutnix trottelt und herabfallende Eicheln hütet. Nein! Ich möchte, dass mein Krause so gelitten hat wie ich. 

Wenn ich sage: „O Mann, gestern ist uns das Halsband gerissen!“, will ich kein neugieriges „Aha? Erzähl mal!“ hören, sondern ein empathisches „Du brauchst gar nicht weiterzureden. Ich weiß genau, wie du dich fühlst.“

Donnerstag, 20. Februar 2014

Kaninchenkoks.




Ein Krause hat empfohlen, die Ohren der anderen Hunde mit Senf einzuschmieren, wenn sich der eigene Hund gern in fremden Ohren verbeißt. Hätte ich das mal früher gewusst! Als Luna anfing, sich in fremden Ohren zu verbeißen, bin ich Versager einfach nicht mehr auf die Hundewiese am Jaberg gefahren.

Dabei wäre es so einfach gewesen. Auto parken. Hund im Fahrzeug lassen. Wiese mit einem Gläschen Löwensenf Extra betreten. Mit einem jovialen „Sie gestatten?“ alle anwesenden Hundeohren mit Senf bestreichen. Kofferraum öffnen. Aggro auf die Wiese brettern lassen. Allen Beteiligten freundlich zunicken. Kein Problem mit Artgenossenaggression mehr haben. So wird’s gemacht!

Mittwoch, 8. Januar 2014

Krawalljahresrückblick Zweitausenddrölf. (Zweite Hälfte.)




Wissenswertes über Mardervergrämung, Generalstreiks und dicke Doggen. Bonustracks: ein leidenschaftliches Horst-Bashing, ein abgeschlossener Fotoroman und Wikis Initiativbewerbung für die Raufergruppe.

Juli 2013
Eine kleine, sonnige Lesereise führt uns nach Tirol und Kärnten. Am Bodensee steigt ein Marder zu. Er beißt so geschickt in den Turboschlauch, dass dieser erst zwanzig Kilometer vor Villach platzt. 

Dienstag, 7. Januar 2014

Krawalljahresrückblick Zweitausenddrölf. (Erste Hälfte.)




Wir beherrschen den Matthew’schen Beruhigungsgriff wie eine Eins Drei, verehren arglose Tutnixhalter, delirieren nachts in die Tastatur und führen oscarverdächtig Regie bei Butterkotzevideos. In weiteren Nebenrollen ein ausrastender Rudi und die Sechs-Komponenten-Birte.

Januar 2013
Silvester ist noch keine Stunde vorbei, da werden die Vereinigten Hundeforenundgruppen mit Bildern von Angsthunden geflutet, die ES geschafft haben. ES – das Feuerwerk! In unzähligen Stuben hat man sich den Poppes aufgerissen, um die Bedrohung zu meistern. Die stolze Birte (Name geändert, Link zur Originalmeldung gerne per PN) toppt alle. Zur Vorbereitung hat sie unterjährig ein Entspannungsseminar bei Gundula und einen Körpersprache-Workshop bei Gunter absolviert. Seither weiß sie, dass ihre Lulu Angst hat. Um Mitternacht kuschelt Birte mit Lulu auf dem Sofa. Weil Birtes Präsenz offensichtlich nicht ausreicht, um Lulu zu beruhigen, wird zur Unterstützung ein Sechs-Komponenten-Programm gefahren: zeitgleich Thundershirt (1), Rescue-Tropfen (2), Mantra-CD von Snatam Kaur in Endlosschleife (3), Käse- und Fleischwurstwürfel bei jedem Knall (4+5) sowie Markerwortsalven (6) im Rahmen der konditionierten Entspannung. Ich lasse Luna unbeaufsichtigt Dynamitstangen kauen und fühle mich schlecht.