Sonntag, 17. Juni 2012

Der Kopf ist rund.




Luna mag ja andere Hunde nicht so. Ginge es nach ihr, bräuchte es keine zu geben. Leider gibt es sie und daher muss man ihnen auf die Fresse hauen. Soweit die Kurzfassung der letzten sieben Jahre.

Die aktuellen Mobbingwerte hängen im Wesentlichen von unserer Tagesform ab.
 Wenn wir beide gut drauf sind, müssen 30 % der anderen Hunde dran glauben. Ist Herrchen gut und Luna scheiße drauf, werden 60 % gehackt. Ist Herrchen scheiße drauf und Luna gut, auch 60 %. Sind wir beide angepisst, gehen 90 % aller Hundebegegnungen in die Hose.


Am liebsten sind mir Krauses, die ernsthaft nicken und therapeutisch geschult fragen: „Michael, mal ehrlich, fändest du es nicht auch schöner, wenn du ganz entspannt mit deinem Hund spazieren gehen könntest?“ Ich denke im Stillen, was für eine saublöde Frage, und antworte: „Engelbert, mal ehrlich, fändest du es nicht auch schöner, wenn du endlich mal im Lotto gewinnen würdest?“

Jetzt ist ja bekanntlich der Kopf rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. Haben wir gemacht. Wir haben einfach die Anspruchshaltung gedreht. 

Die bisherige Anspruchshaltung lautete in etwa so: „Da vorne ist ein Hund. Wir werden jetzt ruhig daran vorbeigehen, weil das die Gesellschaft von uns erwartet.“ Die Folgen sind allseits bekannt: Hund denkt nicht dran, Atompilz, Halter schimpft, Hund ist gefrustet, Halter zweifelt an seiner Kompetenz, Gesellschaft wendet sich ab, Isolation, Alkohol, Schädelbrummen, Elend.

Die neue Anspruchshaltung arbeitet mit einem ganz anderen Ansatz: „Ich habe panische Angst vor dem Hund da vorne. Vertreib die Töle, ohne dass ich ein Kommando geben muss!“

Und was soll ich euch sagen? 
100 % Zufriedenheit auf beiden Seiten.



Alarm! Ein zweiter Hund hat Deutschland betreten!




© Michael Frey Dodillet | Die Krawallmaustagebücher 2012

Kommentare:

  1. Wie vertreiben? Mit der Alkoholfahne so lange an pusten bis der Hund umfällt?! :-))

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  2. Das fragt mein Hund, auf so einen Blödsinn könnte ich nicht kommen.

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  3. sehr guter Ansatz!
    Ab jetzt immer:
    "Fang das Reh, unser Rudel ist hungrig"

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  4. Als würde jemand meine Dicke und mich beobachten. Allerdings wäre dies hier dann die Kurzfassung unserer letzten 8,5 Jahre - keine Besserung und (zum Glück) kein Ende in Sicht ;)
    In dem Sinne: durchhalten ihr Zwei!
    Wir leiden mit euch ;)

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  5. Oh Danke...also nicht nur ICH und Bienchen..sondern andere auch...habe heute auch nen fremden weissen Schäferhund gesehen und mein Bienchen um Unterstützung gebeten ohne es zu wissen...also, mein Hund ist doch nicht falsch gepolt, sie liebt mich nur und verteidigt nicht sich, sondern MICH ;-)

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  6. Das ist mir jetzt zu hoch. Wie jetzt ? Macht des Lünschn dann aus Trotz das Gegenteil oder was ?

    Wenn ich Angst hätte, dann wird Duke aggro, um mich zu verteidigen.

    Ich verstehe das jetzt echt nicht, mag aber auch am Monster Wedelschee liegen (Schädelweh)...

    Wünsch Euch eine entspannte Woche !

    Eve

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    1. Lünschn macht immer das gleiche. Ich passe nur meine Anspruchshaltung an.
      War das Bamberger Bier?

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  7. Also der Ansatz als solcher leuchtet mir ein. Aber wie setze ich das bei meinem Pazifisten-Schisshasen um? Bisheriger Ansatz: "Wieso steckt das untere Ende der Leine schon seit geraumer Zeit in diesem Busch? Da ist doch nix wovor man sich fürchten muss?" Neuer Ansatz: "Gut das das untere Ende der Leine seit geraumer Zeit in dem Busch steckt. Es könnte ja in nächster Zeit etwas Gefährliches passieren!" Ergebnis gleichbleibend: Für eine Strecke von ca. 5 Minuten brauchen wir eine Stunde und die wirren Blicke der Passanten sind uns sicher – vor allem, wenn die schon zum zweiten mal an der gleichen Stelle an uns vorbei kommen. Liebe Grüße von der Trulla von Schisshase Lena

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  8. Hmm, sag mal hat das Fraeulein Rottenmeier jemals den Kuerzeren gezogen, wenn sie dann so 100% alles an poebelt?

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    1. 90%.

      Nein, hat sie nicht. Sie mobbt nur Schwächere. Kloppe würde sie von den 10 % beziehen, die sie nicht anpöbelt. Sie schweigt da aus gutem Grunde.

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  9. Quasi: Frey nach dem Motto wenn Du Dinge nicht ändern kannst, dann ändere Deine Einstellung dazu........clever!! :-)

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  10. Tja, wir scheitern auch regelmäßig an unseren Ansprüchen. Aber ich probierst mal mit: "Schapp dir den Hasen!"

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