Kommende Woche weilen Krawallmaus und Halter in der Toscana, um Wein und Wildschwein zu verkosten. Der Blog ruht. Wir schreiben maximal Ansichtskarten.
Und ich sag noch: Mach die Hundeleine nicht an den Fahrradlenker. Und was macht er? Die Hundeleine an den Fahrradlenker. Und was ist jetzt? Beule.
Normalerweise geht das ja gut. Grenzwertig wird es erst, wenn das Handy klingelt, ich einhändig radelnd nach dem Gerät in der Tasche krame, von rechts ein schwarzer Kater kreuzt und die Krawallmaus ansatzlos Gas gibt, um mich auf 30 Stundenkilometer zu beschleunigen.
In acht Tagen ist es wieder so weit. Vier Herren zeigen der Wirtschaftskrise gepflegt den Mittelfinger und rauschen für eine Woche in die Toscana. Hund rauscht mit.
Man kratzt zusammen, was die Bank noch hergibt. Üppig ist das nicht. Aber der Gegenwert kann sich sehen lassen.
Kleine Auflistung der unbezahlbaren Ereignisse:
• Du kannst dich auf die Gartenliege hauen und ohne den Kopf zu heben in das tiefnebelige Orcia-Tal sehen.
Wenn Hundeschulen über so bescheidene Reklamebudgets verfügen, dass Anzeigen in Stadtmagazinen nicht drin sind, tut es auch gelbe Lebensmittelfarbe. Und ein Park im Winter.
Der Wuff kann seinen Namen pinkeln? Mensch, wo hat er das bloß gelernt. 20 Namen platzieren. Werbetäfelchen mit Webadresse daneben stecken. Fertig.
Tür geht auf. Hund quietscht in der Luft. Fliegt in den Garten. Fegt hinter das Haus. Rast über den Rasen. Prasselt den Zaun entlang. Tobt hoch zum Kompost.
Nein, da ist nichts! Niemand. Nirgendwo. Kein Räuber. Kein Mörder. Kein Katzenrudel. Kein Hundeschwarm. Kein mittelfingerschwingendes Erdmännchen. Keine Sau. Ein ganz normaler Morgen. Sonnenschein, lieblich.
Ich lege entgeistert das Telefon aus der Hand, schaue meinen Hund an, und wir summen gemeinsam „Jung und inkompetent und viel zu weit oben im Management ...“
So ein Depp kann einem ordentlich den Tag versauen. Also lassen wir für heute das Brot-und-Butter-Texten sein und empfehlen stattdessen einen Management-Ratgeber:
Gewöhnliche Marder kriechen in den Motorraum und zerstören Kabel. Unsere nicht! Die bringen Kerzenstummel, alte Brötchen und eine tote Ratte mit und feiern eine Orgie.
Die Reste der Party finden wir im Espace, hinten links neben dem Sechszylinder, in einem romantischen Nest aus dem Material der ehemaligen Dämmmatte.
Wer an Weihnachten rund ums Haus 60 rohe Hühnereier in den Rabatten versteckt, der hat entweder einen an der Waffel oder einen Steinmarder im Haus.
Die Nachbarn denken, wir kommen mit den katholischen Feiertagen nicht zurecht, und grüßen schon seltsam. Dabei befolgen wir nur den guten Rat eines Kammerjägers, der – wie wir heute wissen – keinen Schimmer hat.
Da gehst du monatelang mit der Schleppleine spazieren, damit dein Hund nur ja keinen Jagderfolg hat. Und dann prügelt er sich im Gartenschuppen mit einem Fuchs.
Seither trägt Madame einen Schmiss auf der Fellnase und unsereiner ist wieder um ein Anekdötchen reicher.
Es ist geschafft! Nach vier Jahren Erziehung! Luna motzt andere Hunde nicht mehr an. Ich muss mich nur mit meinem Fahrrad im Dreck wälzen.
Das verblüfft sie dermaßen, dass sie die Schnauze hält. Wir haben das letzte Woche zweimal ausprobiert, können also von einer gesicherten Erkenntnis sprechen.