Samstag, 26. September 2009

Wenn der Hund deinen Job macht.



Im Schweizer Kanton St. Gallen wird morgen abgestimmt, ob man Rauchen in der Kneipe rigoros unterbinden soll oder eher nicht. Eine radikal-demokratische Angelegenheit.

Am Tresen ist derweil die Hölle los. Nur 27 % aller St. Galler sind Raucher. Aber die machen so massiv Stimmung, dass es fraglich ist, ob sich 73 % Nichtraucher durchsetzen und für die Initiative „Schutz vor Passivrauchen“ stimmen werden. Obwohl die sich auch nicht schlecht verkauft. 



Ich hatte im Juni das Vergnügen, einer befreundeten Schweizer Agentur Kampagnenideen zu diesem Thema liefern zu dürfen. Als bekennender Raucher (32 Jahre), leidenschaftlicher Texter (22 Jahre) und frisch gebackener Nichtraucher (3 Jahre) wird man für so eine Aufgabe gerne gebucht.

Wenn ein Auftrag zwei Tage auf dem Tisch liegt und sich in der Birne immer noch nichts rührt, hilft nur Hund. Die Spaziergänge werden immer länger. Das Diktaphon füllt sich mit Sinn und Schwachsinn. Frische Luft inspiriert – und wenn sie einmal nicht inspiriert, springt garantiert meine Krawalli ein.

Zum Beispiel, indem sie maulend nach vorne stürmt und plötzlich einer Dogge gegenüber steht, in deren Augen die Worte glitzern: „Was willst du denn, du Winz?“ In dem Moment hat‘s beim Herrchen  geschnackelt.

Das war übrigens nicht das erste Mal, dass die Krawallmaus ganz passable Kampagnenideen zustande bringt. Die macht in dieser Hinsicht einen ziemlich guten Job. Dazu noch für ein Ausbeuterhonorar von maximal einer Knackwurst.

Die Idee mit der Dogge schaffte es in die engere Auswahl und hat als Guerilla-Karte in St. Gallen ihren hoffentlich überzeugenden Dienst verrichtet. Montag wissen wir mehr.






© Michael Frey Dodillet | Die Krawallmaustagebücher 2009

Kommentare:

  1. ANONYMER BESUCHER
    Na dann mal viel Glück und wir drücken Daumen und Pfote!! Warum? Weil es wieder einmal eine "Hinguckszene" ist.....
    Wuff und LG
    Samstag, 26. September 2009 - 13:23

    MICHAEL
    Ich würde sagen, heute gibt's für Hundi ausnahmsweise ZWEI Knackwürste. 59 Prozent haben nämlich Ja zu rauchfreien Kneipen gesagt. Wer sagt's denn. Man dankt.
    Montag, 28. September 2009 - 09:59

    MENSCH
    @ Michael

    Vielen Dank für dieses höchstamtliche Ergebnis direkt aus dem Kanton. Ab 2010 darf jetzt nur noch im Fumoir gequarzt werden, einem abgetrennten und unbedienten Raum. (Nein, das ist nicht das WC!)

    Das gesamte Abstimmungsergebnis lässt einen Nicht-Eidgenossen allerdings etwas ratlos zurück. Laut St. Galler Tagblatt stimmten 59 % für die rauchfreie Kneipe, 43% dagegen. Macht 102%. Wer sind diese 2 %? Sind das die, die dafürdagegen bzw. dagegendafür sind? Die Jein-Sager? Die „Ich mach mal zwei Kreuze, sicher ist sicher“-Abstimmer? Dürfen die das denn überhaupt?
    Montag, 28. September 2009 - 13:31

    MICHAEL
    @Mensch

    Das mit den 59% und 43% ist eben nicht ganz so einfach. Es haben eben 59% Ja gesagt und 43% haben ebenfalls Ja gesagt. Die einen zur Initiative der Lungenliga, die anderen zu derjenigen der Raucherliga. 80% haben dabei wahrscheinlich gar nicht kappiert, was sie eigentlich tun :-) Also ganz im Sinne von: Kannst du sie nicht überzeugen, dann verwirre sie.
    Dienstag, 29. September 2009 - 13:34

    AntwortenLöschen
  2. Some were practical, of course, but others were psychological and emotional.
    Brazenhead is a great place to go with your family or for a business lunch or dinner, but if you are looking for a party atmosphere, this
    isn't it. The buccal cavity is a small cavity that has neither jaws nor teeth.

    My web site: pub quiz aberdeen

    AntwortenLöschen

Krawallkommentare sind verboten. Es sei denn,
sie kommen von euren Hunden. :o)