Donnerstag, 2. Juli 2015

Sommerpause. Sicherheitshalber.

Im Juli machen wir mal gar nichts. Weil es ganz heiß wird, weswegen der Sabber immer auf die Tastatur tropft, woraufhin der Laptop kaputt geht, der daraufhin in die Werkstatt muss, was wiederum den Werkstattmann so sehr freut ...

... dass er eine ganz dicke Rechnung schreibt, gegen die man sich nicht wehren kann, weil einem die Worte fehlen, da einem die Sonne die Birne weichgekocht hat, die mit 53 sowieso nicht mehr das ist, was sie mal früher war. 

Und überhaupt!




Dienstag, 2. Juni 2015

Dann nimm' halt in Schweineschmalz und Sesam geröstete Hühnerherzen!




Was soll ich lange drumherum reden. Lieber gleich die Karten auf den Tisch. Also: Luna mag andere Hunde nicht sonderlich. Eigentlich mag sie kaum etwas, was vier Beine hat. Oder sechs oder acht. 

Das Resultat dieser Veranlagung ist aufsehenerregend. Aus nichtigstem Anlass detoniert meine Hündin neben mir wie ein Atompilz. Vorsichtshalber ist sie angeleint, wegen des drohenden Fall-outs. Sie detoniert, wenn eine zweite Hündin Deutschland betritt. Sie detoniert, wenn sie beim Spaziergang Bauer Fürmanns Wolfi trifft. Und wenn sie kurz darauf an Wolfis grünem Hoftor vorbeirennt, hinter dem Wolfi DEFINITIV NICHT ist, weil wir ihn gerade eben noch leibhaftig im Wald getroffen haben, dann detoniert sie gleich nochmal.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Plädoyer für ungezogene Krausehunde.






















Die Damen begegnen sich auf einer kurzgeschorenen Wiese am Bodensee. Nachdem die Ältere der Jüngeren zu verstehen gibt, es handle sich bei dieser Grünfläche seit über einem Jahrzehnt um ihr Revier, macht die Jüngere der Älteren klar, dass es höchste Zeit für einen Generationswechsel ist. 

BOINK! Schon haben die zwei sich in der Wolle. Ich hechte dazwischen und versuche, meine erboste Luna (damals 8) von der kochenden Bella (damals 12) herunter zu pflücken. Ja, ich weiß, das soll man nicht! Aber was bleibt mir anderes übrig? Um mich und die Hunde stehen vier tatenlose, aber dafür laut schreiende Rentner herum. Drei rufen so etwas Ähnliches wie „Wah! Wah! Wah!“, treffen aber keinerlei Anstalten, mir zu Hilfe zu kommen. 

Samstag, 4. April 2015

Base Porn.



Auf unserer Hunderunde durchs Neandertal werden wir von einem Mammut, einem Wisent und drei Säbelzahnschweinen angegriffen. Die Hunde und ich kämpfen wie die Berserker. Schwer verwundet stürzen wir die Böschung hinunter. Wir brauchen Hilfe. Ich greife zum Handy. Es ist tot!

Wie konnte es dazu kommen? Also dass das Handy tot ist, meine ich. Das mit dem Mammut und dem Schweinezeugs ist nur ein geschickter dramaturgischer Kniff. Außerdem haben die Schweine im Neandertal heute keine Säbel mehr. Aber das Telefon ist tatsächlich verstorben. Es besteht ab sofort keine Chance mehr auf Rettung, wenn wir still und stumm in den Büschen liegen.

Sonntag, 22. März 2015

Wenn der Körperklaus Kssst macht.




An einem sonnigen Frühlingstag versuche ich, eine mit schwerer Erde gefüllte Schubkarre über unsere holperige Wiese zu bugsieren. Als ich mit dem linken Fuß in ein von den Hunden aufgebuddeltes Mauseloch trete und mit dem rechten an einem Maulwurfshaufen hängen bleibe, ist mein Schicksal besiegelt.



Wild eiernd versuche ich, auf einer Strecke von zehn abschüssigen Metern mein Gleichgewicht zu halten. Ich stolpere nach Osten, während die Karre nach Westen ausbricht, reiße das Ruder in letzter Sekunde herum, ramme mir die Handgriffe in die Leiste, lasse das Gefährt los, bevor ich meinen eigenen Schuh überfahre, und schlage schließlich der Länge nach auf die Fresse. Meine Töchter beobachten diesen unwürdigen Akt der Hilflosigkeit ungerührt von Anfang bis Ende und diagnostizieren trocken: „Er ist ein echter Körperklaus.“


Samstag, 24. Januar 2015

Herrchenjahre 3.


So. Die „Männer“ sind geschrieben, lektoriert, gekürzt, gewürzt und abgekocht. Männer al dente ist seit dieser Woche beim Verlag und harrt des Drucktermins. Nach zwei Männerbüchern bin ich quasi austherapiert und kann mich wieder den wahren Herrschern unseres Planeten widmen: den Rüdinnen und Rüden.

Das Schreibgerät ist frisch poliert. Unschuldiges weißes Papier liegt in Stapeln bereit. Auf dem ersten Blatt steht auch schon was: Herrchenjahre 3.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Last-Minute-Geschenktipp.




Erlangen (dpo) - „Geschichtswissenschaftler der Universität Erlangen/ Nürnberg haben herausgefunden, dass der Film King Kong auf historischen Tatsachen beruht. Der echte King Kong war allerdings nicht etwa ein Riesengorilla, sondern vielmehr ein Hund von normaler Größe. Das Tier hieß zudem nicht King Kong. Sein historisch verbürgter Name lautet Fido. Gruselige Überschneidung: Fidos Frauchen war weiß.“

Angesichts der zunehmenden Informationsflut wird man im Aufnehmen von Nachrichten immer versierter. Der morgendliche Blick rutscht über die Regionalzeitung und Spiegel Online, schweift von tagesschau.de über n-tv zu diversen Links in der Facebook-Timeline, zuletzt noch je nach Geschmack eine Prise FAZ, Süddeutsche oder ZEIT. In Windeseile überfliegt man die Schlagzeilen, wurstelt sich durch die Anleser – fertig ist die tägliche Dosis Neuigkeiten aus unserer merkwürdigen Welt.

Samstag, 1. November 2014

Neues vom Hetzer.



Die bevorzugt eindimensional denkende Trainerschaft ärgert sich derzeit über meinen letzten Satz im WDR-Beitrag. „Dödel“ hetze mit seiner Ihr-könnt-uns-alle-mal-Methode die Leute auf, ihre Hunde nicht mehr zu erziehen, heißt es.


Ich verstehe die Empörung nicht. Ich sage doch nur, dass jeder Hund halt ist wie er ist. ANNEHMEN heißt nicht automatisch AUFGEBEN.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Dem Dude sein Fernsehteam.




Wir hatten ja unlängst angedeutet, dass wir – also Luna, Wiki und ich – in einem schwachen Moment dem WDR Tür und Tor geöffnet haben. Das war Ende Juli. Mittlerweile sind Wikis Beiträge sendereif. Wir anderen spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Für den Beitrag, der am 19. Oktober ausgestrahlt wurde, hat er extra ein Loch in meine schöne Böschung gegraben und mich angepestet, als ich das doof fand. Aber Mirko Tomasini meint in dem Beitrag sinngemäß, das sei alles nicht so wild, der Hund deeskaliere ja nur. Im Split-Screen kann man sehen, dass der Wolfschef auf der Kasselburg genauso aussieht, wenn er einen Hals hat. Es ist schön und artgerecht und wunderbar, dass Wiki seinen inneren Wolf noch besitzt, BERUHIGT MICH ALS HARMLOSEN FAMILIENHUNDEHALTER ABER NICHT DIE BOHNE! Der Beitrag heißt „Mythos Alphatier“.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Intermediäre Brücke (Subsonic Trance Stephen King Exorcist Mix).




Wenn er sich mit der Schlepp im Wald verheddert hat, ist er immer sehr empört. Als hätte der Wald das extra gemacht! Willkommene Gelegenheiten, um den mürben Scheffstatus mal wieder zu zementieren. Während ich die Knoten löse, singe ich: „Ich hahab Dauuumen und duhuhu nihicht!"

Ich kann mir nicht helfen. Irgendwie klingt meine intermediäre Brücke als käme gleich ein kleiner blutbesudelter Clown mit einer Machete um die Ecke. 

© Michael Frey Dodillet | Die Krawallmaustagebücher 2014