Wenn man Verbalakrobatik und Metzgerhandwerk schätzt, gehört es zu den Höhepunkten des Daseins, Malmsheimer den Niedergang des Wurstbrots beklagen zu hören: „Früher war nicht alles besser. Das ist Quadratunsinn. Aber es gab Sachen, die waren früher gut. Und sie wären es auch heute noch, wenn man die Finger davon gelassen hätte. Zum Beispiel das Wurstbrot!
Unten eine Scheibe Graubrot mit knuspriger Kruste. Richtiges Brot aus Korn, aus Mehl. Nicht diese weiße Feuerzeugwatte, die wir heute zum Frühstück fressen, nein! Darauf, daumendick und goldgelb, Gutebutter. Ein Wort! Gutebutter. Und dann drei, in Worten drei, der Krieg ist vorbei, drei Scheiben Zervelatwurst. Die müssen wie die Dachschindeln anliegen. Das war gut. Jahrtausende war das gut. Bis zu diesem furchtbaren Tag, an dem irgendso ein mental verrotteter Bäcker da Mayonnaise draufgepackt hat! Und ein Salatblatt und Tomate und gekochtes Ei! Du hast das Gefühl, du beisst in einen Komposthaufen!!“ 1