Sonntag, 21. September 2008

Energiekrise? Kaufen Sie einen Hund!



Er hält dich warm, schleckt deinen Kindern die Schnute sauber (Zungentemperatur 38°C; spart Warmwasser) und verbraucht nur 490 g Trockenfutter/24 Stunden. 

Außerdem ist seine Umweltbilanz hervorragend und der CO2-Ausstoß gering. Ich komme darauf, weil bald Winter ist und mein alljährliches Kampftelefonat mit dem Energieversorger naht.

Mit unserem mächtigen Flüssiggastank im Garten hängen wir am Tropf der Firma Name-sage-ich-aus-rechtlichen-Gründen-jetzt-lieber-nicht. Das sind nette Leute dort. Wir werden uns nur nie über den Preis einig. 
Das ist meine Schuld. Ich rufe immer zum falschen Zeitpunkt an. Seit 9 Jahren schon.

Bestelle ich in der kalten Jahreszeit, heißt es: „Ja ha, jetzt wollen alle Gas haben. Die Nachfrage ist groß. Da liegt der Preis natürlich im oberen Segment.“ 

Gut, denke ich, das passiert mir nicht noch mal. Im folgenden Jahr rufe ich im Sommer an: „Na ja, bei der Hitze bestellt ja keiner. Da ordern wir zwangsläufig nur kleine Kontingente, die können wir nicht so günstig abgeben.“

Ebenfalls hörenswert ist die Argumentation, wenn ich mein Gaspreislamento an den Benzinpreis kopple. In Zeiten teuren Sprits flötet meine Ansprechpartnerin: „Schauen Sie sich nur mal die hohen Spritpreise an. Das sagt doch alles.“ Weise ich beim nächsten Mal auf die bereits seit Wochen niedrigen Benzinpreise hin, erfahre ich: „Wissen Sie, Benzin und Gas, das sind ja zwei völlig verschiedene Märkte. Die haben miteinander aber auch gar nicht zu tun.“

Ich sag euch was: Irgendwo da draußen gibt es einen Rhetorik-Coach, der ohne einen Funken schlechten Gewissens Vertriebsseminare durchführt, in denen Gasverkäufer fieses Argumentieren lernen.
Ich will, dass der sofort ins Bein gebissen wird.

Von seinem eigenen Hund.
Einem chinesischen Nackthund, 
der NICHT warm hält.





© Michael Frey Dodillet | Die Krawallmaustagebücher 2008

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