Für die Vorderseite der Laptopscheibe genügt ein weiches Tuch. Aber was tun, wenn hartnäckiger Schmutz auf der Innenseite sitzt? In dem Fall greift der gewiefte Hausmann zum Wischmops.
Für diesen wertvollen Haushaltstipp geht ein besonderer Dank an Andreas Frank.
Heute nacht um halb drei ist es wieder so weit. Fünf Herren zeigen der Wirtschaftskrise gepflegt den Mittelfinger und rauschen für eine Woche in die Toscana. Hund rauscht mit.
Man kratzt zusammen, was die Bank noch hergibt. Üppig ist das nicht. Aber der Gegenwert kann sich sehen lassen.
Kleine Auflistung der unbezahlbaren Ereignisse:
• Du kannst dich auf die Gartenliege hauen und ohne den Kopf zu heben in das tiefnebelige Orcia-Tal sehen.
Zum ersten Mal seit zwei Monaten fahren wir wieder Fahrrad. Am Waldsaum greift uns ein Terrier an. Diese kleine Sau macht einen großen Bogen um Luna und beißt mich ins Bein.
Unser Schönsaufenprogramm läuft mittlerweile sehr zufriedenstellend für alle Beteiligten. In den letzten acht Wochen habe ich das Marker-wort Super etabliert und sukzessive die Blutwurstgaben reduziert. Das ging nur zu Fuß. Radeln war in dieser Zeit tabu.
Da lungert man nichtsahnend mit seinem Tier auf der Hundewiese herum und plötzlich schnuffelt ein Wauzi vorbei, der einen halben Arm hinter sich herzieht. Ein Massaker? Nein, nur Werbung.
Und zwar ziemlich gute. Für Wong Multivitaminizado, ein offensichtlich so vitaminreiches Hundefutter, dass man sich um die Konstitution seines Hundes überhaupt nicht mehr sorgen muss. Die Promotion stammt von Draft FCB, Peru.
Das Leben besteht nicht nur aus blutigen Wurstfingern und Im-Wald-Rumgerenne. Man muss sich auch mal einen schönen Abend machen. Wie sieht ein schöner Abend aus?
Ein bärtiger Mann, ein Stapel Bücher, ein Erfrischungsgetränk – so sieht ein schöner Abend aus. Vorausgesetzt der Mann heißt Harry Rowohlt, der Bücherstapel enthält Selbstverfasstes oder Selbstübersetztes, und in der Flasche glimmt goldfarbener Paddy’s.
Die Konditionierung erreicht einen neuen Höhepunkt. Luna beginnt sich genüsslich die Lefzen zu lecken, wenn sie einen Hund sieht. Wir finden das prima, die anderen beängstigend.
Kleinhundehalter betrachten uns mit zunehmendem Argwohn. Vor allem diejenigen, die mit dem Schön-saufen-Programm nicht vertraut sind, beschleunigen merklich ihre Schritte. Am schlimmsten ergeht es derzeit den Haltern von Lunas Erzfeindinnen.
Kein Brummschädel, kein Brechreiz, kein Schwankschwindel. Schönfuttern mit Blutwurst funktioniert auch in der 3. Woche. Bilanz am Karfreitag: 17 gut, 3 grenzwertig und ein Handgemenge.
Bei letzterem handelt es sich um das zufällige Zusammentreffen dreier Krawallmäuse – ja, es gibt halt nicht nur uns – an einer viel zu schmalen Weggabelung. Die Hunde regen sich fürchterlich auf, die Halter haben alle Hände voll zu tun. Der Schäferhund wird durch beruhigendes Auf-ihn-ein-Murmeln nicht beruhigt. Der explodierende Jack Russell wird am Geschirr wie ein Handtäschchen aus der Kampfzone getragen. Luna muss mit einem beherzten Griff in die Schwarte auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.
Das Rezept ist gut. Aber es ist kein Allheilmittel. Erzfeindinnen würdigt Madame nach wie vor keines ruhigen Blickes. Da will sie drauf! Das drückt unseren Schnitt auf 8:2.
Beim Dackelgeschwader Neandertal hingegen funktioniert es immer noch. Wir treffen die drei fast jeden Tag. Sie dürfen sogar krakeelen. Luna sieht hin, bewahrt Contenance und holt sich dann bei mir die Wurst ab. Das war vorher nicht so.
Ein Kollege meint, krawallige Schlagzeilen erhöhten die Klickraten. Das sei ähnlich wie bei der Bildzeitung. Gesagt, getan. An der Überschrift stimmt natürlich so gut wie nichts.
Erstens: Wir saufen nicht, wir futtern. Zweitens: Es betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer, genau genommen Hundefrauen und Hundemänner. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Wir futtern uns die Hundebegegnungen schön.