Donnerstag, 12. Dezember 2013

Appetithäppchen mit Pfeffer.




Falls hinter dem 12. Türchen eures Adventskalenders nichts war, gibt es hier zum Trost eine weitere Kostprobe von den Männern. Otto wurde bereits vorgestellt, einmal hier und einmal da. Beim letzten Mal maulte Rudi, was denn der Scheiß eigentlich solle, es ginge hackenochmal um welterschütternde Männerkrisen und nicht um größenwahnsinnige Hunde, da müsse jetzt bald mal was anderes kommen, das Buch hieße schließlich nicht Toskanaottos. In diesem Sinne:

Der Motor heulte, die Radaufhängungen ächzten, die Reifen quietschten. Insgesamt klang es sehr empört. Der rote Bulli rumpelte durch die Schlaglöcher der steilen Auffahrt und schoss auf die Linkskurve zu.

Freitag, 29. November 2013

Mit mir kann man's ja machen!



Werter Kynos-Verlag, warum prangt auf dem Herrchenjahre-Cover nicht die Zeile „Hundegeschichten eines renommierten Werbeexperten“? Weil es von Katzen handelt? Nein. Weil ich in Wirklichkeit Hühnermetzger bin? Doppelnein. Weil mich in der Werbebranche keine Sau kennt? Aha! Da haben wir’s. 

Der Duden sieht für das französische Lehnwort „renommiert“ die deutsche Übertragung „berühmt, namhaft, angesehen“ vor. Ich bin nichts von all dem. Deshalb verkneift sich Random House diese Peinlichkeit.

Donnerstag, 14. November 2013

Wer braucht schon Krause, wenn er Facebook hat.



Neues aus der Zentrale des Wahnsinns: Bienchen mag nicht gern alleine bleiben, Bommel lässt sich nicht bürsten, Pinky will bei Scheißwetter nicht raus und Emmas Stresstagebuch ist voll. Was nun? Frag nicht Krause, frag einfach deine Facebookgruppe! Hallo Gruppe? *wink lavendelversprüh schokirüberreich*

Der Hundetrainer wird überschätzt. Der hat keine Ahnung. Und wenn er drei Jahre und neun Riesen in eine Ausbildung investiert hat, hat er erst recht keine. Soll er sich doch auf seiner dämlichen Wiese die Beine in den Bauch stehen und warten, bis er grün wird. Wir brauchen keinen Krause. Wir haben Internet!

Sonntag, 3. November 2013

Dem Dude seine Butterkotze.




Mit einem präzisen körpersprachlichen Signal (ich muss mal kurz raus) gebe ich die Beute in der Küche frei. Zehn Sekunden später liegen Wurst und Käse noch auf dem Frühstückstisch, aber es fehlt mal wieder ein Viertelpfund Butter. Kurz danach wird dem Dude schlecht. Er reihert auf die Wiese.

Der obige Lehrfilm in Sachen defensives Drohen zeigt seine Reaktion auf Fremdannäherung an den gelben Fleck im Gras.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Otto (2).





Er hat es tatsächlich überlebt. Alles! Die Facebook-Abstimmung, die Autorenbedenken, die erste, zweite, dritte Manuskriptfassung der „Toskanamänner“, das Lektorat, die Titelkonferenzen, die Redaktion, die Coverdiskussionen. Otto ist eine ganz harte Sau. Zum Dank darf er im siebten Kapitel den allergrößten Schaden anrichten:

Am Ende der Via Roma stießen sie auf einen kochenden Rudi. Er lehnte am Bulli, schwenkte einen Bund Frühlingszwiebeln und fauchte: „Das waren die teuersten Zwiebeln meines Lebens!“
Markus, dem klar war, dass Shoppen in Siena für den Geldbeutel nicht dasselbe war wie Einkaufen in Heerdt, fragte behutsam: „Wieviel denn?“ 
„Hundertsiebzig Euro!“

„WAS????“

Montag, 23. September 2013

Herrschaften, wozu schreibe ich den ganzen Summs eigentlich auf?






So ungefähr ab der fünften Klasse gibt es im Deutschunterricht Übungen, die dem Textverständnis und der Lesekompetenz dienen. Meist müssen im Schweiße des Angesichts Zusammenfassungen, Inhaltsangaben oder Charakterisierungen erstellt werden. Wenn man die Hausaufgaben immer nur vom Nachbarn abschreibt, ist es kein Wunder, dass es dreißig Jahre später zu kommunikativen Katastrophen kommt.

Letzte Woche ging es um Selbsterlebtes aus der Raufergruppe. Die gar nicht so schwer zu entschlüsselnde Kernaussage des Artikels über die Haudrauf-Seelchen und Nadin Matthews' Fight Club lautete: Es gibt gute und schlechte Raufergruppen. In schlechten Raufergruppen knallen die Hunde konzept- und führungslos aufeinander. In guten Raufergruppen hingegen ... blablubli. Es folgte eine dezidierte Beschreibung vom Aufbau einer sinnvollen Raufergruppe, in der jeder Hund individuell betrachtet und geführt wird. 

Dienstag, 17. September 2013

Die Haudrauf-Seelchen.






Für Hundetrainer ist so ein Maulkorb ein ganz unspektakuläres Werkzeug: Ding drauf, Klappe zu, keiner blutet, wunderbar! Leider haben weichgespülte Familienhundebesitzer wie ich den Maulkorb mit einer Emotionalität aufgeladen, die ihm nicht gerecht wird. Das ist schade.

Jetzt auch noch der Maulkorb, dachte ich bisher. So weit ist es also gekommen. Er wirkt barbarisch. Luna sieht aus wie Hannibal Lecter. Für mich war ein Maulkorb das öffentliche Eingeständnis hundehalterischen Totalversagens. Ein Maulkorb bedeutet: „Mein Hund ist aggressiv! Er tut anderen weh, und ich habe das nicht im Griff!“ Nach dem Maulkorb kann eigentlich nur noch Euthanasie kommen.

Samstag, 7. September 2013

Wenn Gundulas freudig den Sex abbrechen.




Die Verfehlungen der letzten Woche: Luna kommentarlos einen Maulkorb aufgesetzt, Wiki vom Sofa geschubst, morgens um halb zehn wortlos in eine Hundeflanke hineingegriffen, um ungestört die Post vom Boten entgegennehmen zu können. Ich armseliger, inkompetenter Wurm!

Wir sind zu einem Rauferseminar nach Düsseldorf eingeladen. Dort besteht man auf Maulkorb. Also habe ich einen gekauft und ihn Luna um die Nase gegürtet. Sie hat eine Weile ungläubig geblinzelt. Ich habe Minifrolics durch die Gitterstäbe geschüttet. Jetzt ist das Thema gegessen. 

Montag, 19. August 2013

La Souris du Baroufe au Lac.



La boef der Ochs, la vache die Kuh ... in der Untertertia hatte ich zum ersten Mal Französischunterricht. Drei Jahre später, am Ende der Untersekunda, habe ich das Fach abgewählt. Entsprechend dilettantisch drücke ich mich fünfunddreißig Jahre später im Urlaub aus. 

Die Überschrift soll Die Krawallmaus am See heißen. Alle groß geschriebenen Wörter musste ich nachschlagen. Neben dem inflationären Gebrauch des Wörterbuchs zieht mein überschaubarer französischer Vokabelschatz noch eine weitere Konsequenz nach sich: Ich kann mich nicht formvollendet entschuldigen. Deshalb dürfen die Hunde nichts anstellen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Hat jemand den Schnorchel gesehen?





Wiki packt gerade seine Badesachen und sein gelbes Entchen ein. Luna ist gepäckmäßig alles wurscht, Hauptsache, die Futtertonne kommt mit. Irgendwo im Handschuhfach muss noch das Kärtchen liegen, wo draufsteht, wie unsere Hundehaftpflichtversicherung auf französisch heißt. 

Im Fressnapf gibt es wieder diese peinlichen, knallroten Fit+Fun-Kackbeutelchen. Das ist schön. Wir haben 200 Stück besorgt. Provence, wir wären soweit. Es wartet ein azurblauer See, ein idyllisches Dorf mit leider sehr tapferen Katzen und wie jedes Jahr um diese Zeit das dicke runde Wawa.