Dienstag, 16. Oktober 2012

Krawallmaus trifft Matthews. (Eine Nachlese.)



Was für ein irrwitziger Abend! Ich danke meinen 13 inneren Stimmen, ohne die dieser Wahnsinn niemals möglich gewesen wäre. Ich danke meinen großartigen Hunden, denen völlig wurscht ist, wer da gerade spricht.  


Ich danke Nadin, die ein unglaubliches Talent hat, Lichter aufgehen zu lassen. Ich danke jedem einzelnen der 270 Gästinnen und Gästern. Ihr habt mich mit eurem Lachen durch den Abend getragen. Einige Punkte sind offen geblieben. Sie sollen an dieser Stelle beantwortet werden.

Donnerstag, 27. September 2012

Wenn dein Salat vor die Hunde geht.



Ich verlasse die Küche nur ganz kurz. Monsieur 100.000 Volt springt auf den Abendbrottisch und frisst eine ganze Schüssel gemischten Salat leer. Das habe ich bewirkt. Ich allein! Einfach durch Körpersprache. Ich bin ein Krausegott. 


Ja doch! Letzte Woche habe ich in einem Artikel von Sophie Strodtbeck und Udo Gansloßer gelesen, wenn man den Raum verlasse, sei das in den Augen des Hundes ein Zeichen, dass man seine Beute freigibt. Selbst wenn er vorher zehn Stunden anstandslos daneben gesessen hat – sobald er mit dem Objekt seiner Begierde alleine ist, macht er sich darüber her. Rudeltechnisch ein völlig normaler Vorgang. Kein Grund zur Aufregung.

Sonntag, 2. September 2012

Scheffcurrywurst à la Cravall.





Heute mal ein leckerer Impuls für alle, die ihren Hund effizient erziehen und trotzdem nicht auf Genuss verzichten wollen.

Zutaten
Zwei Biobratwurst - doch, der Blural ist korrekt - kross braten, in einer Überdosis köstlichen, handgefertigten Kochzivilisten-Ketchups etränken und üppig mit selbstgeröstetem Madras Curry von Karls Feine Kost bestreuen.

Topping
Zwei aufmüpfige Hunde neben dem Teller platzieren und vor ihren entsetzten Augen beide Bratwurst bis zum letzten Bissen selber fressen!




© Michael Frey Dodillet | Die Krawallmaustagebücher 2012

Dienstag, 21. August 2012

La Diva et le Dude.




Das langgezogene, deutsche HIIIIEEER ist ein Kommando, das Hunde in der Regel als Aufforderung betrachten, sich umgehend noch weiter von ihrer Bezugsperson zu entfernen. Auf Französisch heißt das VIENS IIICIIIIIIIII!!! Richtig ausgesprochen klingt es wie eine Kreissäge, die sich durch ein Aluminiumprofil frisst.

Es versteht sich von selbst, dass der französische Hund daraufhin macht, was er will. Es ist überhaupt sehr interessant, dass Hunde, die ihre Frauchen und Herrchen abperlen lassen, in Frankreich genauso aussehen wie bei uns oder in Italien oder Turkmenistan. Die Leckmichmalkreuzweise-Haltung scheint international dieselbe zu sein: Der Hund zuckt mit keinem einzigen Ohr, stutzt nicht für eine Zehntelsekunde, hält die Rute - sofern er noch eine hat - steil und zieht sein Ding durch. 

Montag, 6. August 2012

Dem Dude sein Stein.





Als Fundbüroleiter taugt Wiki wenig. Einmal in Obhut genommene Wertsachen - zum Beispiel einen Stein mit seiner Spucke dran - rückt er widerspruchslos nicht mehr heraus. Das entsprechende Fotodokument haben wir vor einer Woche bei Facebook gepostet. Jetzt kommt der Ton dazu.

Die Arie, die der hoffnungsvolle junge Tenor in einem Open-Air-Konzert am Strand des Lac de Sainte-Croix zum Besten gibt, heißt „Greift ruhig zu, wenn ihr zuviele Finger habt“. 

Dienstag, 3. Juli 2012

Dickes rundes Wawa.




Die Abbildung zeigt einen hoch erregten Krawallotter kurz vor dem Angriff. Spätestens überübermorgen ist es wieder soweit. Es wartet in der Provence ein azurblauer See, ein idyllisches Dorf mit leider sehr tapferen Katzen und wie jedes Jahr um diese Zeit das dicke runde Wawa.

Das dicke runde Wawa urlaubt am See zusammen mit seiner lauten Familie. Von deren Hundehalterignoranz könnte ich mir ruhig mal ein Scheibchen abschneiden. Ich mache mir immer viel zu viele Gedanken, ob sich meine Hunde brav im gesellschaftlichen Konsens bewegen. 

Montag, 25. Juni 2012

Satter Abgang für 200 Euro.





Es ist ja nun schon eine Weile her und ich habe das Trauma wirklich restfrei aufgearbeitet und die Niederlande ist ja nun auch aus der EM geflogen, insofern ist jetzt alles nicht mehr so schlimm und ich kann es erzählen, ohne in Tränen auszubrechen.

Es geschieht am hellichten Tag – während unserer Toskanawoche im Mai. Auf unserer langen Tour rund um Castiglione d'Orcia müssen wir das Flüsschen Orcia überqueren. Die Hängebrücke ist schon lange zerstört. Aber direkt darunter ist eine Furt in den Fluss betoniert. Der Orcia ist an dieser Stelle 20 Zentimeter hoch. Also Schuhe ausziehen.

Montag, 18. Juni 2012

Eigenurintherapie nach Dr. W.





Vor lauter Aufregung pinkelt sich Wiki immer selber ans Bein. Wir hatten es vor Monaten schon erwähnt. Das liegt daran, dass man Hinterbeinchen und Pillermann nicht kontrollieren kann, wenn vorne die Birne wie ein Sondereinsatzkommando die Gegend scannt.

Hilft alles nichts, sehen wir es positiv. Wiki arbeitet mit Eigenurintherapie. Folgt man der gängigen alternativmedizinischen Lehrmeinung, wird er also nie unter Allergien, Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis, Rheuma, Schlangenbiss, Tollwut oder Haarausfall leiden müssen.

Sonntag, 17. Juni 2012

Der Kopf ist rund.




Luna mag ja andere Hunde nicht so. Ginge es nach ihr, bräuchte es keine zu geben. Leider gibt es sie und daher muss man ihnen auf die Fresse hauen. Soweit die Kurzfassung der letzten sieben Jahre.

Die aktuellen Mobbingwerte hängen im Wesentlichen von unserer Tagesform ab.
 Wenn wir beide gut drauf sind, müssen 30 % der anderen Hunde dran glauben. Ist Herrchen gut und Luna scheiße drauf, werden 60 % gehackt. Ist Herrchen scheiße drauf und Luna gut, auch 60 %. Sind wir beide angepisst, gehen 90 % aller Hundebegegnungen in die Hose.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Fünf elementare Irrtümer über das Schriftstellern.






Es ist wenig wahrscheinlich, dass künftige Schülergenerationen auf der Suche nach Meilensteinen der Weltliteratur auf diese Seite geraten. Aber man hat schon Pferde kotzen sehen. Wenn die lieben Kleinen dermaleinst den verwegenen Berufswunsch äußern, reiche und berühmte Schriftsteller werden zu wollen, möchte ich jedenfalls nicht derjenige gewesen sein, der geschwiegen hat. 

Daher sei an dieser Stelle schon einmal vorsorglich gewarnt: „Kinder, das ist nix!“ Lernt etwas Vernünftiges - Metzger, Brückenbauer, Radiologe - oder eröffnet ein schönes Gartencenter. Das ist allemal geeigneter, um Millionen zu verdienen. Wer  berühmt werden will, soll in seinem Gartencenter eine üppige Hanfplantage anlegen. Damit kommt man immer in die Zeitung.