Samstag, 31. März 2012

Bleibe einfach du selbst und verursache Kosten.




„Und heute Nacht, wenn ihr alle im Bett liegt, ziehe ich mir diese sauteuren Fäden selber, und euren Wundschutzteller könnt ihr euch in die Haare schmieren, ihr Spackos!"

Diese Aufnahme ist vom vorletzten Freitag. Sie zeigt einen widerspenstigen Halbterrier zwei Stunden nach einer undramatisch verlaufenen OP am Gemächt. Da meine Nerven einem Wurf von vierzehn Knallfroschwelpen nicht gewachsen sind, mussten Monsieurs Bällchen dran glauben.

Freitag, 23. März 2012

Die Rottmeier Fräuleins.



Bild: Petra Metzger | Random House Audio | Köln



Es gibt Momente, da sind Autoren völlig überflüssig. Etwa wenn das vierbeinige Fräulein Rottmeier dem zweibeinigen Fräulein Rottmeier in einer Aufnahmepause zuflüstert, wie gut es sich verstanden und wiedergegeben fühlt. 

Das war im Januar. Mittlerweile hat nicht nur Mariele Millowitsch das Fräulein Rottmeier gesprochen, die anderen fünfzig Hunde sowie der Schorsch aus Bayern sind ebenfalls aufgezeichnet, geschnitten und gepresst. Amazon versendet gut eine Woche früher als vorgesehen. Die Verantwortlichen fragen sich, welcher Führungskraft das Fräulein Rottmeier im Logistikzentrum Amazon EU S.a.r.L. in den Arsch gebissen hat, um den Abverkauf dermaßen zu beschleunigen. 

Freitag, 24. Februar 2012

Sind wir nicht alle ein bisschen Krause?







Auf Facebook bat die Krawallmaus unlängst um dringende Unterstützung: „Auf vielfachen Wunsch wird es in Herrchenjahre 2 nun doch ein Krausekapitel geben. Im Fokus steht der ganz alltägliche Wahnsinn. Gelber Schlauch, grüne Ampel , blauer Hund, rote Mütze. Falls ihr diesem farbigen Murks eigene Leiden hinzufügen wollt, wäre jetzt die ideale Gelegenheit.“ 

Daraufhin kamen über 160 Kommentare. Ein Abgrund tiefer als der andere. Wir schalten nun live in das Kapitel „Sind wir nicht alle ein bisschen Krause?“, in dem die Toskanarunde beschließt, eine Hundeschule zu gründen. Wer seine geposteten Krausepeinlichkeiten lieber doch nicht mit seinem Klarnamen verbunden haben will, möge bitte kurz hupen.


Mittwoch, 1. Februar 2012

Merkwürden auf dem Weg zur Heiligkeit.



Verharret in Ehrfurcht! Huldiget und preiset! Er kann übers Wasser laufen! Zur Senkung der laufenden Haushaltskosten – insbesondere der Positionen Weinkeller, Krankenversicherung und Backwaren – ist Merkwürden ab sofort mit drei weiteren Projekten beauftragt:

Wasser in Bordeaux verwandeln, kranke Teenager heilen, Brotvermehrung.

Sonntag, 29. Januar 2012

Sexbombe trifft Fichtenmoped.





Nächsten Freitag absolviert Luna ihre 19. Lesung. Es ist gleichzeitig die erste, bei der ein anderer Hund anwesend sein wird. Damit ich tiefenentspannt lesen kann, haben wir vorsichtshalber einen Rüden gewählt, den sie mag. Luna findet, dass mich zuviel Entspannung träge macht. Sie ist läufig geworden!

Wieso sollte bei uns auch einmal im Leben etwas glatt gehen? Ich habe den Canonicus-Termin extra auf Anfang Februar gelegt. Lunas Läufigkeit war im Dezember fällig. Ende Januar wäre sie damit durch gewesen. 

Glaubt die, ich will Schäferhundkängurupumabluthunddoggenwelpen?

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Die Gandhi Tagebücher.





Zweitausendzwölf? Alles wird gut! Luna wird ihre Krawallmausigkeit ablegen, den Friedensnobelpreis erhalten und darauf drängen, dass ihr Blog in Die Gandhi Tagebücher umbenannt wird. Zum bunten Strauß unserer Neujahrsvorsätze gehören darüber hinaus die Vorhaben CEO werden, würdig untergehen und Rentner schonen. Aber der Reihe nach.

Analsex berücksichtigen.
Wenn man es genau nimmt, tippe ich seit 25 Jahren Ideen aufs Papier und sehe sie später auf Plakaten, in Anzeigen, im Internet oder gelegentlich im Fernsehen wieder. Meinen ersten TV-Spot dachte ich mir 1990 für Pril aus. Nachdem Henkel und die Agenturhierarchie „konzeptionell mal kurz drübergegangen sind", blieb von meiner Idee nur noch ein Hallo! übrig. In der fünften Spotsekunde watschelt eine Ente in die Küche und das kleine Mädchen sagt Hallo! Das Hallo! ist von mir.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Last-Minute-Geschenktipp.




Der geballte Wahnsinn ereilt mich im Sommer 1970 – im zarten Alter von acht Jahren. Aus irgendeinem Grund, Mistwetter vermutlich, landen meine Freunde und ich nicht im Freibad, sondern bei Oma vor der Glotze, einem mächtigen Kasten, der beim Einschalten ZUNK macht und erst nach bedächtigem Summen den Blick auf ein diesiges Schwarz-Weiß-Bild freigibt. Fernbedienungen sind noch nicht geboren, Salzletten schon.

In jenem Sommer also macht es ZUNK, und wir starren mit offenen Mündern auf einen dünnen und einen dicken Herrn, die 25 Minuten lang versuchen, ein Klavier die Treppe hinaufzutragen. Von da an ist es um uns geschehen. Oliver Norwell Hardy und Arthur Stanley Jefferson begleiten uns durch den Rest der Kindheit. Jeden Freitag um halb sieben im Zweiten, direkt nach Väter der Klamotte

Dienstag, 13. Dezember 2011

Zweimal Wodka-Feige und eine Stange Wachs.




Den ganzen November haben wir auf mieses Wetter gewartet und auf Hunderunden, die in Schlammschlachten enden. Aber nichts da! Die Sonne lässt sich nicht unterkriegen. Wir drei fahren Fahrrad wie die Irren. Wiki kriegt bei Kilometer 10 immer den Pipps. Dann hopst er um Luna herum und will an ihrem Hals knabbern. Bei 20 km/h!


Da Terrier drinsteckt, macht es ihm wahrscheinlich auch nichts aus, wenn er überfahren wird. Wird er aber nie. Wenn ihn beim Knabberversuch der eigene Hintern überholt und vor das Vorderrad gerät, eiere ich im großen Bogen um ihn herum und denke verstärkt über das Tragen eines Motorradhelms nach.

Mittwoch, 23. November 2011

Das Leben ist zu kurz, um brav zu sein.







Wie stelle ich meine Ohren auf optimalen Durchzug? Welche Wälztechniken in fiesen Häufchen sind besonders zu empfehlen? Sind Kommandos wie Sitz, Platz, Hier und Fuß gesundheitsschädlich? Wie handhabe ich übelriechende Tümpel? Was mache ich mit dieser Scheißschleppleine? Brennende Fragen, die den modernen Hund von heute bewegen. 

Wenn wir Hundehalter ein Problem mit unseren Vierbeinern haben, machen wir es uns einfach. Wir gehen zum Hundetrainer. „Hör mal, Krause“, sagen wir dann, „Bruno jagt Kaninchen. Was soll ich tun?“ Krause wird bedächtig seinen Kopf hin und her wiegen und eine mehr oder minder alberne Erziehungsmethode aus dem Ärmel schütteln. „Am besten, du schnallst deinem Bruno eine zehn Meter lange Schleppleine ans Halsband“, wird er sagen. „Dann begreift diese Torfnase endlich, dass er sich nur in einem engen Radius um dich herum bewegen darf.“

Daraufhin nerven wir Bruno tagtäglich mit der Schlepp, und Krause schreibt schon mal die Rechnung.

Donnerstag, 10. November 2011

Arschlecken rasieren dreifuffzich.




Die virtuellen Ferndiagnostiker in den Hundeforen sind mir die liebsten. Hund nie gesehen, Halter nie kennengelernt, aber auf jeden Fall schon mal unreflektiert die fetten Tipps raushauen. Mit meterhoher Wichtigmütze auf dem Kopf wird ein dünnes Brett nach dem anderen gebohrt.

Der widerwillig Fernberatene durchläuft derweil drei Stadien. Eins: Absolute Verblüffung angesichts der Tatsache, wieviel man in die harmlose Frage, ob andere Hunde auch am Fahrrad ziehen, hineininterpretieren kann. Zwei: Völlige Fassungslosigkeit, weil auf einmal von wildfremden Leuten charakterliche Defizite aufgearbeitet werden, von denen er bis dato gar nicht wusste, dass er sie überhaupt hat. Drei: Knallrote Wutbirne, weil hallo, spinnt ihr, so geht's ja wohl gar nicht! Das sind die Momente, wo der heitere Mitleser das Popcorn aufmacht.